Alles beginnt am Eingang

Veröffentlicht am 3. August 2026 um 17:32

Welcher Raum ist für Sie der wichtigste im Haus?

Die meisten würden vermutlich das Wohn- oder Esszimmer nennen. Manche vielleicht das Schlafzimmer.

Ich würde aber sagen: Der Eingang gehört zu den wichtigsten Bereichen überhaupt – egal, ob in einem privaten Zuhause oder in Geschäftsräumen.

Warum?

Dafür gibt es sowohl aus Sicht des Feng Shui als auch aus Sicht des Interior Designs einige gute Gründe.

 

Alles kommt durch den Eingang – auch die Energie

Im Feng Shui gilt der Eingang als der Ort, an dem Qi – also Energie – von außen ins Haus gelangt.

Dabei geht es sowohl um gute als auch um weniger günstige Energie. Ist der Eingangsbereich unordentlich, überfüllt oder ungepflegt, kann die Energie nicht gut ins Haus gelangen und dort weiterfließen.

Gute Energie sollte sich möglichst frei und harmonisch durch die Räume bewegen können.

Deshalb sollte der Eingangsbereich sauber, einladend und aus Sicht des Feng Shui möglichst harmonisch gestaltet sein.

Dazu gehören zum Beispiel genügend Licht, eine passende Farbgestaltung oder auch die richtige Platzierung eines Spiegels – möglichst nicht direkt gegenüber der Eingangstür.

 

Das Gesicht des Hauses

Der Eingang ist der erste Bereich, den wir betreten, wenn wir nach Hause kommen oder jemanden besuchen.

Bei Geschäftsräumen ist es nicht anders. Kunden, Geschäftspartner oder Mitarbeiter betreten einen Raum normalerweise durch den Eingang. Dort beginnt ihre Wahrnehmung des Ortes.

Der Eingang prägt also den ersten Eindruck.

Wie wirkt es auf Sie, wenn das Firmenschild bereits Risse hat, die Eingangsmatte schmutzig ist oder der Griff der Eingangstür wackelt?

Und umgekehrt: Wie fühlt es sich an, einen hellen, gepflegten und einladenden Eingang zu betreten?

Aber der Eingang ist nicht nur für unsere Gäste wichtig.

Wenn wir morgens zur Arbeit gehen oder unsere Kinder sich auf den Weg zur Schule machen, beginnt dort der Übergang vom Zuhause in die Welt draußen.

Wenn wir wieder nach Hause kommen, endet dort unser Tag außerhalb draußen.

Der Eingang ist also Start- und Endpunkt unseres Alltags.

Deshalb möchte ich meinen Eingang so gestalten, dass wir morgens gut in den Tag starten können, beim Heimkommen gerne „Ich bin wieder zu Hause“ fühlen – und auch andere Menschen sich bei uns willkommen fühlen.

Und wie war es bei mir?

Wenn wir ein Haus oder eine Wohnung einrichten, denken wir häufig zuerst an die großen Dinge: eine neue Couch, den Esstisch und die Stühle, die Küche oder das Bett.

Aber was passiert mit dem Eingang?

Auch ich habe lange viel mehr über unser Wohnzimmer nachgedacht, Zeit und Geld investiert und immer wieder etwas verändert.

Irgendwann habe ich mich gefragt: Wie sieht eigentlich unser Eingang aus?

Dabei wurde mir bewusst, dass ich mich mit unserem alten Eingangsschrank schon lange nicht mehr richtig wohlgefühlt hatte. Er war oft überfüllt, und die Aufteilung passte nicht mehr zu unserem heutigen Alltag.

Also begann ich, den Eingangsbereich neu zu planen.

 

Ich entwarf einen neuen Garderobenschrank und einen Schuhschrank, damit alles, was wir im Alltag brauchen, seinen festen Platz bekommt. Gleichzeitig wollte ich den vorhandenen Raum möglichst gut nutzen, ohne dass der Eingang dadurch eng oder überladen wirkt.

Dazu kam eine waschbare Eingangsmatte, damit weniger Schmutz ins Haus getragen wird und der Bereich leichter sauber zu halten ist.

Es ging mir dabei nicht einfach darum, den Eingang „schöner“ zu machen.

Ich wollte einen Raum schaffen, der funktioniert, zu unserem heutigen Alltag passt und sich gleichzeitig ruhig und einladend anfühlt.

Hat sich dadurch etwas verändert?

Rückblickend ist mir etwas Interessantes aufgefallen.

Ungefähr zu der Zeit, als ich begann, unseren Eingang bewusster zu gestalten, kam auch meine damals noch junge Selbstständigkeit als Interior Designerin langsam in Bewegung.

Ob das miteinander zusammenhängt? Das weiß ich natürlich nicht.

Vielleicht war es einfach das richtige Timing. Vielleicht war es das Ergebnis vieler kleiner Schritte, die ich zuvor beruflich gemacht hatte.

Was ich aber deutlich wahrgenommen habe, war eine Veränderung meiner eigenen Haltung.

Ich fühlte mich zunehmend bereit, auch beruflich Menschen zu empfangen – Kunden, Handwerker oder Geschäftspartner – und ihnen schon beim Ankommen das Gefühl zu geben, willkommen zu sein.

Vielleicht verändert ein Raum nicht einfach unser Leben.

Aber wenn wir einen Raum bewusst verändern, verändert sich manchmal auch etwas in uns.

 

Feng Shui ist mehr als eine Technik für „mehr Glück“

Für mich ist Feng Shui keine Technik, mit der man automatisch glücklicher, erfolgreicher oder wohlhabender wird.

Ich verstehe Feng Shui vielmehr als eine Möglichkeit, unsere Umgebung bewusster wahrzunehmen und möglichst im Einklang mit ihr zu leben.

Und genau hier sehe ich die Verbindung zum Interior Design.

Auch Interior Design bedeutet für mich nicht, einfach schöne oder trendige Möbel in einem Raum zu platzieren.

Es geht darum, die Lebensweise der Menschen zu verstehen und Räume so zu gestalten, dass ihr Alltag einfacher und fließender wird. Funktion, Bewegung, Licht, Materialien und Atmosphäre sollen zusammenpassen – und vor allem zu den Menschen, die dort leben.

Das ist auch ein wesentlicher Teil meiner Arbeit als Interior Designerin.

Ich möchte Räume schaffen, in denen Menschen sich wirklich zu Hause fühlen können – und in denen sie sie selbst sein dürfen.

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